Und es kam wie es kommen musste. Aus Dankbarkeit und Liebe biss das weißrosa Kaninchen ohne böse Absicht in die streichelnde Hand.

Kurz darauf fand es sich auf dem Boden wieder. Das Mädchen hatte es fallen gelassen und war ein paar Schritte zurückgewichen. Es hielt seine Hand, von der tatsächlich Blut ins Gras tropfte.

„Aua“, sagte es, „es hat mich gebissen!“ Auch die anderen Kinder entfernten sich erschreckt vom weißrosa Kaninchen.

„Was für ein böses Kaninchen“, sagte eines, und ein anderes Kind nahm eine Handvoll Sand aus der Sandkiste und warf ihn nach dem gequälten Kaninchen....

 

 

 

 .. „Ich komme von der Küste Afrikas”, krächzte die Möwe.

„Ist es noch weit bis dort?“, fragte das Kaninchen weiter. „Nicht sehr, fahr einfach Richtung Süden, dann bist du bald da!“

„Afrika“ ließ sich das weißrosa Kaninchen das fremde Wort auf der Zunge zergehen. „Wie ist es dort?“

Die Möwe sah das Kaninchen an. „Was bist du eigentlich für ein Tier? Kein Wüstenfuchs, nein, die haben zwar große Ohren… auch kein Erdmännchen.“

„Ein Kaninchen bin ich, deshalb habe ich so lange Ohren“, erklärte das weißrosa Kaninchen. „Aha, Kaninchen…  nie gehört“ sagte die Möwe und blickte es an.

„Aber ich habe so scharfe Krallen.“ Das Kaninchen sah seine Pfoten an. „Keiner mag mich. Noch nicht mal Katzen hätten so scharfe Krallen, sagen die Menschen.“ Traurig blickte es auf. 

„Soso“, sagte die Möwe, „ich habe auch Krallen, ich brauche sie, sonst würde ich nie einen Fisch fangen!“

„Ich esse lieber Möhren“, sagte das weißrosa Kaninchen...

 

...Darüber leuchtete gleißend die Sonne am blauen Himmel.

„Das ist also die Wüste!“, murmelte das weißrosa Kaninchen zu sich selbst. “Sand, nichts als Sand, das müssen Milliarden und Milliarden Sandkörner sein und noch mehr.“

Vorsichtig setzte es eine Pfote auf den Sand und dann noch eine. Wo es schon einmal da war, wollte es auch noch eine Düne besteigen und die Aussicht genießen  und nachgucken ob man irgendwo ein Ende sah.

Doch sehr weit kam das weißrosa Kaninchen an diesem Tag nicht. Die Sonne brannte unerbittlich auf seinen Pelz, da half auch das Kopftuch nicht. Und je weiter es lief, um so stärker verbrannte der heiße Sand seine Fußsohlen....